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Freedom Drive in Straßburg
An dem diesjährigen Freedom Drive
vom 04.09. bis 06.09.07 nahmen ca. 10 Frauen aus München und Nürnberg, die
teilweise im Netzwerk für Frauen und Mädchen mit Behinderung tätig sind, mit
ihren Assistenten/innen teil. Unsere 5 ½ stündige Reise nach Straßburg
startete nach recht langwierigem Einladen vom Hauptbahnhof Nord um ca. 7.00
Uhr. Nach einer sehr kurzen Pause im European Youth Center und einem
ungenießbaren Mittagessen, ging es ab ins europäische Parlament zu unseren
ersten Treffen der verschiedenen Politiker und Politikerinnen auf nationaler
Ebene. Herr Klins, vom europäischen Parlament organisierte dieses Treffen in
Absprache mit Andreas Vega (Vorstandsmitglied des VbA München), so dass wir
die Möglichkeit hatten, mit den Abgeordneten persönlich zu sprechen. Die
anwesenden Politiker/innen hatten die verschiedensten Aufgabengebiete, wie
z. B. Beruf u. Arbeit, Soziales, Frauen usw. Es wurde eine rege Diskussion,
schwerpunktmäßig ging es dabei um die Themen persönliche Assistenz für
Menschen mit Behinderung innerhalb Deutschlands und der EU. Außerdem ging es
um die schwierige Situation auf dem Arbeitsmarkt für Menschen mit
Behinderung. Wir denken, dass den Politikern neue Denkanstöße
und Einsichten in unsere Situation gegeben haben. Wir wurden auch darauf
aufmerksam gemacht, wie schwierig es ist, innerhalb Europas soziale Themen
umzusetzen, da nicht die EU über Weisungskompetenz in sozialen Fragen
verfügt, sondern lediglich die einzelnen Länder Weisungskompetenz haben. Am
nächsten Tag fand eine etwa 6 km lange Demonstration zum europäischen
Parlament statt. Es wurde laut gerufen „Personal Assistance“ sowie
„Independent Living“. Es zogen ca. 125 Menschen mit Behinderung aus
folgenden Ländern durch die Stadt: Deutschland, UK, Schweden, Norwegen,
Bulgarien, Irland, Belgien, Italien, Spanien. u. a. Erstaunlicherweise
nahmen keine Franzosen am Freedom Drive teil (obwohl er doch in Frankreich
stattfand!). Das gute Wetter unterstützte die ganze Veranstaltung umso mehr.
Im Anschluss übergab Corina Zolle Herrn
Professor Dr. Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europaparlaments, und dem
Präsidenten der Disability Intergroup, Richard Howitt,
eine Petition zur persönlichen Assistenz.
Danach fand eine Abschlussveranstaltung im Parlamentsaal statt, bei der
Bilanz gezogen wurde aus den insgesamt 3 Freedom Drives, die bisher
stattgefunden hatten und die mit jedem Mal mehr Zulauf finden
J .
Zum Abschluss verbrachten wir noch einen netten Abend auf Einladung der
norwegischen Delegation.
Auf Grund von Barrieren musste leider der Besuch im europäischen Gerichtshof
ausfallen. Dafür hatten wir noch Gelegenheit, uns Straßburg anzuschauen.
Wir brachen dann um 16.00 Uhr vom European Youth Center Richtung Heimat auf
und waren dann gegen 22.00
Uhr wieder in München.
Wir können nur eines sagen: Die Fahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt und
wenn es nur wieder ein kleiner Anstoß war, der die Politiker/innen und
vielleicht auch unsere Mitmenschen zum Nachdenken brachte.
Es war schön mitzuerleben, dass sich
alle einig sind und jeder das gleiche Ziel für Augen hat.
Karin Steinberg, Lieve Leirs, Marion Stangl
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